Im Rahmen der Salzburger Hochschulwoche 2026 zum Thema WER WIR SIND UND SEIN WOLLEN. IDENTITÄT: SUPERKRAFT UND PROBLEMZONE schreibt das Direktorium der SHW zum 21. Mal den Publikumspreis für Wissenschaftskommunikation aus. Graduierte Wissenschaftler:innen aller Disziplinen und Fachrichtungen der Jahrgänge 1991 und jünger werden herzlich eingeladen, sich zu bewerben. Erbeten werden Texte im Umfang eines 25-minütigen Vortrags, die sich mit dem Generalthema der diesjährigen Salzburger Hochschulwoche auseinandersetzen.
Hinter dem Titel der Hochschulwochen 2026 steht die Wahrnehmung, dass Identitätsfragen Schlüsseldiskurse in einer Welt berühren, die sich zwischen Krise und Innovation neu ordnet. Je unruhiger die Zeiten, desto drängender ist die Frage: Wer sind wir? Welche Werte leiten uns? Was sollten wir um keinen Preis aufgeben, weil es uns ausmacht? Wie wir uns zu Themen wie Künstlicher Intelligenz, autoritären Tendenzen oder Klimawandel verhalten, hängt maßgeblich davon ab, wie wir uns selbst verstehen – identity politics bestimmen gesellschaftliche Diskurse und Fragen individueller Lebensführung.
Zu wissen, wer man ist und sein will, fungiert dabei als besondere Ressource in schwierigen Zeiten, als eine Superkraft eigener Art: Wenig motiviert Menschen so stark wie das Streben, einem bestimmten Selbstbild zu entsprechen, kaum etwas setzt mehr Energie frei als der Wunsch nach Authentizität, der Kampf um Anerkennung, die Verteidigung des Eigenen. Zugleich ist Identität aber auch ständiger Unruheherd: Welche Werte uns tragen, wer oder was zu "uns" gehört, ja was dieses "uns" überhaupt definiert, das ist alles andere als eindeutig. Es muss immer wieder neu ausgehandelt werden.
Wie aber lässt sich Identität denken, die nicht auf Kosten anderer geht – welche institutionellen Rahmenbedingungen braucht es, um dialogfähige Identitäten zu fördern? Wie korrelieren Identitätsbedürfnisse mit Krisenerfahrungen? Was definiert eine glückende Identität? Was sind aktuell die maßgeblichen Narrative in der Konstruktion eines "Wir", eines "Ich" – und wie verändern digitale Medien und KI diese Prozesse? u.a.m.
Fragen wie diese verlangen frische Stimmen, und zwar quer durch alle Wissenschaften. Genau solche wollen wir nach Salzburg einladen!
Eine Jury, bestehend aus Dr. Martin Barth (Görres-Gesellschaft Bonn), Mag. Charlotte Dietrich (ZdK Berlin), Dr. Astrid Schilling (Katholische Akademie Bayern), Prof. Dr. Angelika Walser (Universität Salzburg) sowie Prof. Dr. Michael Zichy (Universität Bonn) wählt drei Texte aus, deren Verfasser:innen nach Salzburg zum Vortrag eingeladen werden. Dort wird das Publikum die Preisträger:innen voraussichtlich am 6. August 2026 bestimmen.
Kriterien sind fachwissenschaftliche Qualität, inhaltliche Originalität sowie die wissenschaftskommunikative Transferleistung. Der Preis zielt in besonderem Maße auf die Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse an ein breiteres Publikum.
Das Direktorium dankt folgenden Spendern sehr herzlich für die Stiftung der Preise: Dr. Cord-Jesko Baller und Dr. Kartz-Bogislav Baller für den ersten Preis; dem Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen (CV) für den zweiten Preis; sowie dem Verband der Wissenschaftlichen Katholischen Studentenvereine Unitas (UV) für den dritten Preis.
Dotiert ist der Preis wie folgt:
Zugelassen sind ausschließlich Bewerbungen graduierter Einzelpersonen der Jahrgänge 1991 und jünger. Nicht berücksichtigt werden Beiträge, deren Verfasser:innen bereits einmal vorgetragen haben und/oder ein wissenschaftliches Naheverhältnis zu einem Mitglied der Jury haben (z.B. laufende Begleitung einer Dissertation oder Habilitation). Vortragssprache ist Deutsch. Der Siegerbeitrag ist zur Publikation im Berichtsband vorgesehen. Einreichungen unterlaufen planmäßig einen Plagiats-Check inkl. AI-Detector, die Generierung substantieller Inhalte durch AI ist nicht zulässig, zudem jedwede Verwendung entsprechend zu kennzeichnen. Reisekosten und Unterkunft von eingeladenen Vortragenden übernehmen die Salzburger Hochschulwochen (Kosten bis zu einer Gesamthöhe für Hin- und Rückfahrt von maximal 300 Euro).
Einreichungen müssen bis zum 3. Mai 2026 an publikumspreis-shw@plus.ac.at gesendet werden. Um unabhängige Jury-Entscheidungen zu gewährleisten, sind zwei pdf-Dateien zu senden, die jeweils mit einem identischen Kennwort benannt sind (z.B. "LUEBERY – Redetext" und "LUEBERY – Angaben"). Die erste Datei enthält den anonymen Redetext, der an die Jury weitergeleitet wird, die zweite Datei alle relevanten Angaben zur Person sowie den Redetext; diese Daten werden nur solange gespeichert, wie der Zweck der Speicherung besteht.
Bis zum 1. Juli 2026 werden alle Einsender:innen benachrichtigt. Weitere Informationen bezüglich des Themas und der Preis-Modalitäten erteilt das Sekretariat der Salzburger Hochschulwochen.
Weitere Auskünfte, Informationen u.a. unter:
Telefon: +43/662 / 8044-2523
office-shw@plus.ac.at
6. August 2026
14.30 Uhr - 16.00 Uhr
HS 230