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Donnerstag, 31. Juli, Europa und die Religion(en)

 

Bei Religionstriennale und Publikumspreis stellen junge WissenschaftlerInnen Fragen zu Europa

 

Die Studierenden sind ein wichtiger Teil der Salzburger Hochschulwochen. Neben den laufenden Vorlesungen bilden der „Publikumspreis für wissenschaftliche Kommunikation“, der heuer bereits zum neunten Mal vergeben wurde und die zwischen 2013 und 2015 stattfindende „Salzburger Religionstriennale“ zwei spezifische Foren, innerhalb derer sich junge WissenschaftlerInnen begegnen und in einen europäischen Austausch eintreten können. Die Religionstriennale widmet sich heuer der Frage nach den politischen Religionen. Der 1. Platz beim Publikumspreis 2014 erging an Verena Bull mit ihren Ausführungen zum Verhältnis des Heiligen Stuhls zu Europa am Beispiel der Zwischenkriegszeit.

 

(SHW4/teleo) Als älteste Sommeruniversität Europas bilden die Salzburger Hochschulwochen eine ideale Plattform für die auf drei Seminarperioden (2013 bis 2015) angelegte „Salzburger Religionstriennale“. Organisiert wird dieses Exzellenzprogramm für DoktorandInnen und Postdocs von den Salzburger Hochschulwochen in Kooperation mit dem Fachbereich Systematische Theologie der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Salzburg mit MMag.a Sigrid Rettenbacher, Vizeobfrau der Salzburger Hochschulwochen, als Projektkoordinatorin. Die politische und kulturelle Gegenwart der Religionen in Europa beschäftigt die jungen WissenschaftlerInnen in diesem Jahr, die sich –

vom Bedeutungsgewinn der Religionen unter Globalisierungsbedingungen ausgehend –religionspolitischen und -kulturellen Fragestellungen im europäischen Kontext Fragestellungen widmen. Das Thema wird jeweils aus einer Perspektive der drei großen Weltreligionen entfaltet. Unter der ständigen wissenschaftlichen Begleitung von Georg Essen, Professor für systematische Theologie an Universität Bochum arbeitet die Gruppe mit den renommierten Wissenschaftlern Daniel Gerson, Adrian Pabst und Nicolai Sinai.

 

Modernität und Säkularität

Am Mittwoch und Donnerstag stellte Adrian Pabst von der University of Kent (der anstelle des verhinderten John Milbank eingeladen wurde) die Frage nach dem Wesen von Modernität und Säkularität ins Zentrum seiner Ausführungen. Die internationale Gruppe – die DoktorandInnen und Postdocs stammen heuer aus Griechenland, Estland, Kuwait, Ägypten, Rumänien, Russland, Belarus, Italien, Großbritannien, Pakistan und der Ukraine – arbeitet in unterschiedlichen Formaten wie Vorlesungen, Textseminaren, Diskussionsforen, Kleingruppenarbeit, World Café oder Paper Presentations zu den aktuellen Themen.

Für die Teilnehmerin Evropi Kosmidou von der Aristoteles Universität Thessaloniki ist es das gemeinsame Arbeiten der Gruppe und das Aufeinandertreffen sehr unterschiedlicher Zugänge zu einem aktuellen Thema, das die Religionstriennale, die unterschiedliche Religionen und Konfessionen zusammenbringe, auszeichne.

 

Publikumspreis 2014 – „junge Wissenschaft hören“

Bereits zum neunten Mal wurden graduierte WissenschaftlerInnen aller Fachrichtungen in diesem Jahr eingeladen, sich für den Publikumspreis zu bewerben. Die von der Jury ausgewählten Beiträge wurden von den Verfassern und der Verfasserin in einem 25-minütigen Vortrag vorgetragen. Unter den Kriterien der fachwissenschaftlichen Qualität, inhaltlichen Originalität sowie der kommunikativen Transferleistung bestimmte das Publikum Platz 1 (€1.000.- gestiftet von KAVD): Die Salzburger Theologin Verena Bull, Jahrgang 1987 arbeitet seit 2012 im DFG-Graduiertenkolleg „Die christlichen Kirchen vor der Herausforderung Europa“ an der Universität Mainz an einer Dissertation über „Die Europavorstellungen Papst Pius’ XI.“ und forscht in diesem Rahmen in den Vatikanischen Archiven sowie am RIGG . In ihrem Vortrag „'Für eine bessere Zukunft': Das Verhältnis des Heiligen Stuhls zu Europa am Beispiel der Zwischenkriegszeit" erörterte sie die Frage, inwiefern das Verhältnis des Heiligen Stuhls zu Europa von Interesse sein kann. Anhand des Pontifikats Pius XI. zeigte sie auf, dass dieser zwar kein geschlossenes Europa-Konzept vor Augen hatte, mehr war es eine „vage Europa-Idee“; über das Quellenstudium und v.a. auch der Betrachtung des Verhältnisses des Papstes zu den Nicht-Regierungsorganisationen lasse sich jedoch ein zentraler Stellenwert Europas ausmachen, der in der Zwischenkriegszeit nicht zuletzt mit der Zukunft der Katholiken in Europa einherging. Als wichtigen Grundstein für die weiteren diplomatischen Beziehungen zwischen den Staaten und der Kirche bezeichnete Bull die Vielzahl der in dieser Zeit entstandenen, bis heute gültigen Konkordate.

 

Zweiter und dritter Platz

Den mit €500.- dotierten zweiten Preis (gestiftet vom KV/Siegismund-Diekamp-Stiftung) erhält der 1986 geborene Promotionsstipendiat des Cusanuswerkes Martin Breul; sein Vortrag widmete sich der „Ambivalenz religiöser Überzeugung in der europäischen Öffentlichkeit“. Der Europasoziologe Wolfgang Aschauer, Jahrgang 1979 erreichte mit der Erörterung der Frage „Je mehr Europäisierung desto weniger Solidarisierung?“, der er sich auch im Rahmen seiner Arbeit an der Habilitation an der Universität Salzburg widmet den 3. Platz mit dem Preisgeld in der Höhe von €300.- (gestiftet vom KAD).

 

Studierende bei den Salzburger Hochschulwochen

Die Salzburger Hochschulwochen bieten Studierenden eine ermäßigte Teilnahme und Studierenden aus Osteuropa ein Stipendium. Die Nachmittagsworkshops während der Hochschulwoche sind ein spezielles Programm für die Studierenden. Schon zur Tradition geworden ist das internationale StudentInnentreffen in den Arkaden der Theologischen Fakultät am ersten Abend der Hochschulwoche.

 

Terminhinweise:

Vortrag von Univ.-Prof. Dr. Katharina Sykora: 01. August 2014, 10.00, Gr. Aula

Vortrag von Univ.-Prof. Dr. Ulrike von Hirschhausen: 01. August 2014, 11.00, Gr. Aula

Nachtcafé: Literatur. Kunst. Religion, 02. August 2014, 20.00, Café Universum

 

Weitere Presseinformationen, das Programm sowie Bilder zur honorarfreien Veröffentlichung finden Sie unter: www.salzburger-hochschulwochen.at. Belegexemplare oder Hinweis erbeten.

 

Ansprechpartnerin:

Dr. Teresa Leonhardmair

Pressereferentin

Mobil: +43-(0)-650 98 71 223

presse@salzburger-hochschulwochen.at

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