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Montag, 29. Juli, Eröffnungsrede des Obmanns

 

Sehr geehrte Teilnehmerinnen und Teilnehmer der SHW 2013,
sehr geehrte Vortragende der SHW 2013,
lieber Herr Erzbischof!

 

Ganz herzlich darf ich Sie alle im Namen des Direktoriums der SHW begrüßen.

 

Die Salzburger Hochschulwoche 2013 hat erneut eine beachtliche Zahl von Studierenden aus dem europäischen Ausland sowie wiederum eine Gruppe vom Gordon College aus den USA zu Gast. Im Nachmittagsprogramm tragen dem englischsprachige Veranstaltungen Rechnung.

 

So darf ich auch in diesem Jahr anschließen:

 

A very warm Welcome to our Students of the Gordon College /USA and their Salzburg Institute, to the participants of the “Salzburger Religionstriennale and also to all students of Italy, France, England, Slovakia, Czechia and Poland. Most of you are able to understand German, so I’m allowed to introduce to the Programe of the SHW auf Deutsch. We are glad to welcome you at the SHW 2013!

Das Thema der diesjährigen SHW „Gefährliches Wissen“ greift in brisante gesellschaftliche Debatten ein und bedarf gerade deshalb grundlegender Vergewisserungen.

 

Das gefährliche Wissen der religiösen Traditionen steht dabei ebenso zur Diskussion wie die Frage nach der Orientierungsfähigkeit der Vernunft. Ethische Fragestellungen betreffen die „Zukunft der Industriegesellschaft“ genauso wie die Reichweite der Lebenswissenschaften, in die sich ökologische und ökonomische Herausforderungen mischen. Kann es überhaupt gefährlich sein, zu wissen? Mit welchen Grenzen des Wissens sind wir konfrontiert, und was bedeuten sie – zumal im Horizont religiöser Welterschließung und christlicher Existenzdeutung? Gibt es „sicheres Wissen“? Vielleicht leisten ja gerade jene Grenzbezeichnungen, für die Religionen stehen, unserer Wissensgesellschaft einen unverzichtbaren Dienst? Weil sie Instrumentalisierungen erworbenen Wissens auf ihre humanen Funktionen abklopfen?

 

Erneut dient eine SHW dem Unterhalt von Fragen. Sie ist auf Erwerb von Instrumentarien zur kritischen Zeitorientierung geeicht. Sie will zum Diskurs anregen. Ihr Programm riskiert deshalb einen panoptischen Zuschnitt, den Panoramablick von unten, aus der Perspektive der verschiedenen Wissenschaften auf das unerreichbare Ganzen des Wissens.

 

An dieser Stelle darf ich auf eine Errungenschaft des diesjährigen Programms hinweisen. In diesem Jahr startet in Verbindung mit der SHW ihre „Religionstriennale“. Im Ablauf von drei Jahren werden die drei großen monotheistischen Religionen entlang dem jeweiligen Jahresthema in ein Gespräch verwickelt. „Gefährliches Wissen“ – zwischen Judentum, Christentum und Islam ist die theologische und religionswissenschaftliche Dimension unseres Jahresthemas zu verhandeln. Die TeilnehmerInnen stammen aus 13 europäischen Ländern und werden gemeinsam mit vier Wissenschaftlern an diesem drittmittelgeförderten Exzellenzprogramm teilnehmen. Am Freitag und Samstag wird an den Nachmittagen Frau Prof. Angelika Neuwirth, die diesjährige Trägerin des Sigmund Freud-Preises der deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, in einer Public Lecture den islamwissenschaftlichen Part der Religionstriennale vorstellen. Mit dieser Triennale soll der europäische Zuschnitt, der Wissenschaftscharakter der SHW, aber auch ihre religiöse und theologische Ausrichtung profiliert werden.

 

Zu drei weiteren Höhepunkten der SHW 2013 darf ich schon heute einladen:

 

  • Zur Verleihung des Theologischen Preises an Karl Kardinal Lehmann, die am Mittwochabend stattfinden wird, 
  • zum Publikumspreis am Donnerstag 
  • und natürlich zum akademischen Festakt mit Prof Gottfried Honnefelder, dem Vorsteher des Börsenvereins des deutschen Buchhandels als Festredner

 

Gerahmt wird das Programm auch in diesem Jahr von den liturgischen Feiern, namentlich begleitet vom Prediger der SHW 2013, Abt Alber Schmidt OSB, der damit die benediktinischen Wurzeln der SHW zum Ausdruck bringt.

 

Ihnen allen wünsche ich eine spannende und anregende SHW – ich freue mich, dass Sie gekommen sind!