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ENDLICH! LEBEN UND ÜBERLEBEN
Unser Seil des Lebens, es verlängert sich in einen unabsehbaren Raum. Mit einem Schnitt kommen wir zur Welt, Brüche gehören zu unserer Existenz. Ihr Ende ist gewiss, aber gerade die Endlichkeit des Lebens macht es so kostbar, einzigartig, anspruchsvoll.
Das Plakat der Salzburger Hochschulwoche 2010 spielt mit radikalen Erfahrungen. Die Zerrissenheit von Biografien, die limitierte Reichweite unserer Lebensanstrengungen, die Endlichkeit unserer Handlungsoptionen werden uns immer wieder schmerzhaft bewusst. Zugleich führt der Blick darüber hinaus: Wie geht es weiter – mit uns, mit unserer Welt, wenn wir nicht am Ende sein wollen? Die Salzburger Hochschulwoche 2010 stellt sich einem Thema, das im Zuge begrenzter Lebensressourcen eine besondere Intensität verspricht und zu kritischen Positionsbestimmungen herausfordert: „Endlich! Leben und Überleben“. Die befristete Lebenszeit und das Ende des Lebens überhaupt sind Probleme, die Religionen immer wieder bearbeitet haben. Für das Christentum verbindet sich damit, prekär genug, eine Hoffnungsperspektive. Die menschliche Endlichkeit vermittelt sich im Glauben an die unendliche Lebensmacht Gottes. Das „Endlich!“ des diesjährigen Programmtitels arbeitet in seinen unterschiedlichen Konnotationen an dem, was an- und was aussteht.
Endlich – das nimmt unsere Existenzgrenzen ernst. Endlich – darin steckt ein befreiendes Moment, ein Anfang. Endlich – das meint zugleich die Anspannung angesichts anstehender Aufgaben.
Die Salzburger Hochschulwoche 2010 sucht nach Bausteinen einer Eschatologie des globalisierten Alltags, indem sie seine Risikopotenziale zu bestimmen, aber auch seine Chancen aufzudecken sucht. Das verspricht Überraschungen und Anregungen – und soll Hoffnungen befeuern.
Mit Ihnen freue ich mich darauf!
Univ.-Prof. Dr. Gregor Maria Hoff Obmann des Direktoriums der Salzburger Hochschulwochen
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