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Immobilienexperte: Anforderungen an öffentlichen Raum ändern sich

"Landmarken"-Vorstandsvorsitzender Hermanns bei "Salzburger Hochschulwochen": Urbanisierung, "Versingelung" und Alterung der Gesellschaft stellt auch neue Anforderungen an Wohn- und Bauprojekte - Immer mehr Menschen legen wert auf Begegnungsräume in Bauprojekten

 

Ein wichtiger Gradmesser für den Wandel des öffentlichen Raumes ist die Immobilienbranche - und zwar in dem Sinne, wie Immobilienentwicklung diesen Raum gestaltet und zugleich auf gesellschaftliche Veränderungen reagieren muss. Das hat der Investor und Vorstandsvorsitzende der deutschen "Landmarken AG", Norbert Hermanns, bei seinem Vortrag bei den "Salzburger Hochschulwochen" am Mittwoch betont. Es lassen sich laut Hermanns zehn gesellschaftliche Entwicklungstrends ausmachen, die diesen Wandel treffend beschreiben und die auch die Immobilienbranche vor große Herausforderungen stelle.

 

Das wäre zum einen die Digitalisierung, die auch vor großen Immobilienobjekten nicht Halt mache und von einem zentralen Hausrechner über handygestützte Navigation in den Objekten bis hin zur Bewegungserfassung von Mitarbeitern reiche. Weitere Trends seien die Urbanisierung, die zu einer starken Verdichtung in den Ballungsräumen führe - aber auch die Individualisierung und "Versingelung" sowie eine Alterung der Gesellschaft. In Zukunft werde die Nachfrage nach Wohnraum daher nicht mehr in erster Linie durch die Quadratmeterzahl bestimmt werden, sondern durch die "Qualität der 'shared places'", d.h. die Qualität der Begegnungsräume, die in den Wohngebieten und Immobilien angeboten würden, so Hermanns.

 

"Die Anforderungen an den öffentlichen Raum ändern sich also - und die Immobilienbranche kann einen Beitrag dazu leisten, ein demokratisches Miteinander zu sichern". Als Hemmschuh müsse allerdings das deutsche Baurecht gesehen werden, da dieses vor allem Dinge definiere, die nicht gingen und wenig Raum für Entwicklung lasse.

 

Die "Landmarken AG" ist ein Immobilien-Unternehmen mit Sitz in Aachen und Münster. Es beschäftigt 65 Mitarbeiter und betreut ein Projektvolumen von rund 500 Millionen Euro. Aktuelle Großprojekte sind etwa die Umgestaltung eines Teils der Aachener Innenstadt sowie die Neuerschließung eines Teils des Münsteraner Bahnhofs.