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"Ich brech' die Herzen der stolzesten Frau'n..."

Sie sind seit Jahren ein fester Bestandteil und doch auch ein "Geheimtipp" bei den "Salzburger Hochschulwochen": Die allmorgendlichen Gottesdienste in der Erzabtei St. Peter mit Erzabt Korbinian Birnbacher - "Kathpress"-Bericht von Henning Klingen

Salzburg, 3.8.2016 (KAP) "Ich brech' die Herzen der stolzesten Frau'n, weil ich so stürmisch und so leidenschaftlich bin | mir braucht nur eine ins Auge zu schau'n und schon isse hin" - Es ist wohl alles andere als alltäglich, wenn ein Priester - noch dazu der Erzabt einer altehrwürdigen Abtei im Herzen Salzburgs - eine Predigt damit beginnt, dass er diese Zeilen des durch Heinz Rühmann berühmt gewordenen Schlager-Klassikers nicht nur rezitiert, sondern gleich singt. So geschehen am Mittwoch im Rahmen des täglichen morgendlichen Gottesdienstes, der zugleich den liturgischen Rahmen zu den "Salzburger Hochschulwochen" darstellt. 

 

Dabei hat der Erzabt von St. Peter, P. Korbinian Birnbacher, in seinen Gottesdiensten weit mehr zu "bieten" als die Rezitation einer volkstümlichen Schmonzette - nämlich die geistliche Reflexion auf die akademischen Ausführungen der Hochschulwoche. So fragt Birnbacher in seinen aufeinander aufbauenden Predigten etwa, was denn die Eckpunkte einer "leidenschaftlichen christlichen Existenz" seien; worin das speziell christliche Moment liege, das sowohl die harsche Kritik an zügelloser Leidenschaft kenne wie auch die Wertschätzung eines von der Schöpferkraft der Leidenschaft angespornten Lebens. 

 

Zu einer solchen "leidenschaftlichen christlichen Existenz" gehört laut Birnbacher u.a. die "Freude, sich auf Menschen einzulassen, mit ihnen unterwegs zu sein", aber auch "das Feuer, das Engagement" sowie "Ausdauer und Zähigkeit, bei einer Sache zu bleiben, keine Abstriche zu machen". Ein leidenschaftliches Leben mache daher gleichermaßen stark und schwach: Es lasse den Menschen für eine Sache entflammen und stark werden und mache ihn zugleich "schwach für den Mitmenschen" - sensibel für dessen Leben, Lieben, Leiden. "Insofern ist ein leidenschaftliches christliches Leben fast etwas Anarchisches: Wenn man von ihm erfasst ist, gibt es kein Entrinnen", so Birnbacher.

 

Birnbachers Predigten sind theologie-, kirchen- und kulturgeschichtliche Tauchgänge - eingebettet in die sakrale Würde der gottesdienstlichen Feier. Und damit - obgleich seit Jahren fixer Bestandteil und Rahmen der "Salzburger Hochschulwochen" - ein "Geheimtipp" gerade auch für jene jungen Hochschulwochen-Besucher und Studierenden, die - abseits des akademischen Raumes - Vertiefung und Reflexion suchen. Und die es schaffen, rechtzeitig um 8.45 Uhr aus den Betten zu kommen...